Nach einer Anhörung von Vertreterinnen von Verbänden, Organisationen und Unternehmen, Frauenbeauftragten und Frauenpolitikerinnen setzt sich die SPD-Landtagsfraktion für ein verbessertes Gleichberechtigungsgesetz ein. Die frauenpolitische Sprecherin, Dr. Judith Pauly-Bender, MdL, sprach sich bei der hervorragend besuchten Veranstaltung dafür aus, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern explizit in der Hessischen Verfassung zu verankern. Daneben sei eine Weiterentwicklung des Hessischen Gleichberechtigungsgesetzes von 1994 notwendig.
„Die zahlreichen Veränderungen, die die derzeitige CDU-Landesregierung an diesem Gesetz vorgenommen hat, haben dazu geführt, dass die Frauenförderung fast zum Stillstand gekommen ist und Frauenbeauftragte quasi zu zahnlosen Tigerinnen wurden“, bemängelte Dr. Pauly-Bender.
Der demografische Wandel und sich daraus ergebende ökonomische Zwänge würden in den kommenden Jahren dazu führen, dass die Wirtschaft das Potenzial der Frauen vermehrt nutzen müssten. „Frauen haben das demokratische Recht auf gleiche Teilhabe und Chancen bei Einstellung, Einstufung und Beförderung. Die noch bestehenden Hürden muss eine vernünftige Frauenförderung beseitigen. Dass sich dies mit den Interessen der Wirtschaft trifft, wird der Frauenpolitik auch in Hessen langersehnten Aufschwung bringen. Verstaubte Frauenbilder und das verstaubte Führungsleitbild der „alles beherrschenden wichtigen Männlichkeit“ gehören in die kulturelle Rumpelkammer.“ Das sei die eigentliche Botschaft des aus Europa vorgegebenen Leitbildes des Gender Mainstreaming, erläuterte Dr. Pauly-Bender. Rollenleitbilder wie in der altbekannten Ferienserie „Die Firma Hesselbach“ könne sich die wirtschaftliche Hochleistungsregion Hessen weder in den Unternehmen noch im öffentlichen Dienst leisten.
Die Ergebnisse der Konferenz wird die SPD-Landtagsfraktion aufarbeiten und in Zusammenarbeit mit den beteiligten Gruppen Eckpunkte für ein neues, verbessertes Gleichberechtigungsgesetz verabreden.