Aus dem gestern in Berlin vorgestellten Waldschadensbericht haben sich neue dringende Gründe gegen die Straffung der Forstbehörden im Kreis Offenbach und damit ganz besonders gegen die Schließung des Rodgauer Forstamtes ergeben: „Der Waldschadensbericht bestätigt unsere schlimmsten Befürchtungen: Nicht nur der heiße Sommer 2003 und die daraus folgenden Trockenschäden haben den Wäldern schwer zugesetzt. Die ohnehin schon geschädigten Bäume stehen durch die Luftbelastung zunehmend unter Dauerstress“, resümiert die SPD Landtagsabgeordnete Dr. Judith Pauly-Bender die gestern vorgelegten Fakten des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft. Die Erhebungen in Deutschland zeigen auch und gerade für den Ballungsraum eine überdurchschnittliche Schadenszunahme nicht nur für Laubbäume, sondern auch für die hier weiter verbreitete Fichte und Kiefer, von denen zum Teil mehr als die Hälfte des Baumbestandes erkrankt seien.
Die Ausdünnung des Personals und die Streichung des Rodgauer Fortsamtes sei vor diesem Hintergrund genau der falsche Weg. „Unser Wald im Ballungsraum ist durch Luftschadstoffe hoch belastet. Es muss möglich bleiben, wo immer nötig mit schnellen Sofortmaßnahmen, wie stärkere Kompensationskalkungen gegen die Übersäuerung der Böden oder eine intensivere Bekämpfung von Baumschäden, zu reagieren. Die Landesregierung ist angesichts des akuten Handlungsbedarfes gefordert, mindestens für unseren Wald im Ballungsraum – ein unverzichtbarerer Rückzugsraum zur Erholung – die richtigen Prioritäten zu setzen: Personal und Pflegemaßnahmen müssen gestärkt werden. Eine einseitige Politik an einer rein betriebswirtschaftlich ausgerichteten Holzwirtschaft macht für uns im Kreis Offenbach und Umgebung überhaupt keinen Sinn. Wir brauchen unseren Wald. Streichungen von Personal und Pflegemaßnahmen sowie die Streichung des Rodgauer Forstamtes sind gerade der falsche Weg. Unser Wald braucht eine „naturnahe Waldbewirtschaftung“, also daher mindestens die Personalressourcen, wie sie bisher zur Verfügung gestanden haben.“, betont die Abgeordnete.
Pauly-Bender wendet sich daher in einem Brief an den zuständigen Minister sowie die CDU Landtagsabgeordneten. Für diese besteht in der nächsten Woche noch die Gelegenheit, das Ruder durch ihr Abstimmungsverhalten herumzureißen.