Anlässlich des Internationalen Aktionstags gegen Gewalt an Frauen am morgigen Freitag hat die SPD-Abgeordnete Dr. Judith Pauly-Bender die Landesregierung aufgefordert, sich bei der Bekämpfung von häuslicher Gewalt stärker zu engagieren.

„Hessen darf nicht das Schlusslicht sein, wenn es darum geht, häusliche Gewalt zu bekämpfen“, sagte Pauly-Bender am Donnerstag in Wiesbaden. „Gewalt im häuslichen Bereich erfüllt in aller Regel Straftatbestände und muss entschieden bekämpft werden. Der Verlust an körperlicher und seelischer Integrität, an Chancengleichheit, an Lebensqualität und nicht zuletzt an Lebensjahren ist nur zum Teil messbar. Wenn eine angemessene Hilfe erreichbar ist, kann der Gewalt Einhalt geboten und das Leid der Betroffenen wirksam gemildert werden.“

Dies sei Ziel des Landesaktionsplans, der bislang aber nicht einmal halbherzig umgesetzt worden sei. Die SPD fordere, dass die vorgesehene Landeskoordinierungsstelle spätestens im Januar ihre Arbeit aufnehme und auch personell und finanziell angemessen ausgestattet werde.

Pauly-Bender forderte die Landesregierung auf, die Umsetzung des Landesaktionsplans auch durch eine entsprechende Öffentlichkeitskampagne des Landes zu unterstützen.

Der „Versorgungsauftrag“, für den sich der Landesaktionsplan ausspricht, müsse auch tatsächlich sichergestellt werden. Soweit die Fördermittel des Landes für ein hessenweites Netz von Beratungs-, Hilfe- und Schutzangeboten (Frauenhäuser, Frauenberatungsstellen Notrufe und Hilfen gegen sexuelle Gewalt an Mädchen und Jungen) kommunalisiert würden, müsse das Land in ausreichendem Maße mit eigenen Mitteln engagiert bleiben und mit den Kommunen Zielvereinbarungen für die einzelnen Geltungsbereiche abschließen.