Keine Hilfe für Förderklassen in Hainburg?
Lortz aufgefordert, in Wiesbaden gegen Richtwerte zu stimmen!
Zu dem unwürdigen Hin und Her um beabsichtigte Schulschließungen nimmt die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Judith Pauly-Bender wie folgt Stellung:
Die Pläne der Hessischen Kultusministerin (CDU), nach denen einige Schulen bzw. Klassenzüge im Offenbacher Ostkreis mit dem Rechenschieber kurzer Hand platt gemacht werden sollten, werden für Seligenstadt jetzt angeblich wieder revidiert.
Natürlich wäre dies im Ergebnis zumindest für die Stadt Seligenstadt eine positive Nachricht, wenn es denn dabei wirklich bleiben sollte!
Das Hick Hack der vergangenen Monate lässt jedoch nichts Gutes erwarten.
Die CDU-Landtagsabgeordneten haben sich in den Letzten Wochen im Hessischen Landtag wiederholt kritiklos hinter den Plänen ihrer Kultusministerin versammelt und in vielen Abstimmungen die Schulpolitik mit dem Rechenschieber befürwortet. Eine Art Doppelspiel: Die CDU-Fraktion im Landtag und die Kultusministerin befürworten in Wiesbaden die Schulschließungen, der Kreistag resolutioniert punktuell dagegen und wo´s vor Ort interfraktionellen Protest gibt, treten die CDU-Abgeordneten auf, als wären sie in Wiesbaden nicht dabei gewesen.
„Das ist nicht sehr glaubwürdig“, so Pauly-Bender. „Die Schulentwicklungspolitik der Landesregierung bietet ein chaotisches Bild. Und schlimmer noch, – die Energien der Schüler, Lehrer und Eltern werden verschlissen: Die Ministerin zündelt, Betroffene und Fachleute vor Ort schütteln den Kopf, Proteste werden organisiert, anschließend treten die christdemokratischen Parteifreunde der Ministerin als Löschtrupp in Erscheinung!? Dazwischen liegen Wochen und Monate der Verunsicherung und des Kräfteverschleißes von Eltern, Schülern, Personalräten und Lehrern.“
Was ist eigentlich in der CDU-Landtagsfraktion los, so muss man fragen, dass eine solche Politik überhaupt möglich ist, die die Menschen beunruhigt und das eigentliche Ziel der Schule, für gute Bildung zu sorgen, gefährdet. – Befindet sich die CDU-Fraktion im Tiefschlaf? Oder handelt es sich in Wahrheit um ein ausgeklügeltes Spiel der Wählermanipulation? Zuerst prescht die Ministerin vor und versetzt die Bürger in Schrecken. Anschließend können sich die schwarzen Parteifreunde als Retter aufblasen. – Dies wäre ein wahrlich besonderer Beitrag zum Kommunalwahlkampf.
Mit all diesen Spielchen muss endlich Schluss sein.
Hessen und der Kreis Offenbach brauchen endlich eine seriöse Schulentwicklungspolitik. Wer den demographischen Wandel nicht besser vorbereitet hat, sollte auch aktivistische Rechenkünste auf Kosten der Schulträger unterlassen.
Im Übrigen sollte im Ostkreis nicht vergessen werden, dass noch eine andere Schule im Streit mit der Ministerin liegt:
Die Personalversammlung der Johannes-Gutenberg-Schule und Schulelterbeiratsvorsitzender Rolf Wich kämpfen nach wie vor für den Erhalt der Förderstufe im Ostkreis.
Hier will der zuständige CDU-Abgeordnete offenbar nichts unternehmen? Hier setzt die CDU offenbar darauf, dass ihre Mehrheiten in Hainburg nicht zu erschüttern sind und die Verunsicherung der Eltern wie im letzten Jahr zu geringeren Anmeldezahlen führt!
Pauly-Bender forderte den CDU-Abgeordneten Lortz auf, in Wiesbaden der von der SPD beantragten Abschaffung der Richtwerte zuzustimmen. Dann wären alle Probleme in wunderbarer Weise vom Tisch.
Den Landrat fordert die sozialdemokratische Landtagsabgeordnete auf, es seinem Parteifreund Diehl aus Wiesbaden gleich zu tun: Dieser will sich im Klageweg gegen die Eingriffe in die Rechte des Schulträgers wenden.
Dieser Mut zur Vernunft, sollte, so Pauly-Bender, auch den CDU-Verantwortlichen für und im Kreis Offenbach möglich sein!