Pauly-Bender: SPD fordert Impulse für Frauenförderung

Die frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Dr. Judith Pauly-Bender fordert von der Hessischen Landesregierung Impulse für mehr Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft. Die jetzt vorliegende “2. Bilanz Chancengleichheit – Frauen in Führungspositionen”, die die Bundesregierung und die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft veröffentlicht haben, belege den nach wie vor großen Nachholbedarf an weiblichem Führungspersonal gerade in den alten Bundesländern, mithin auch in Hessen.

Die Daten zeigten vor allen Dingen, dass Karrierehindernisse für weibliche Beschäftigte in den gesellschaftlich gepflegten Rollenklischees bestünden. Elternpflichten von weiblichen Beschäftigten würden als Erklärung für die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen (lediglich rund 30 Prozent) herangezogen. Gleichzeitig stelle die Vaterrolle für die männlichen Führungskräfte (70% aller Führungskräfte insgesamt) anscheinend kein Hindernis dar.

„Dies belegt vor allem die Notwendigkeit von Überzeugungskampagnen gegen mittelalterliche Rollenklischees“, so Pauly-Bender. Die Europäische Beschäftigungspolitik ziele vor allen Dingen darauf, das Potential des Frauenarbeitsmarktes zu mobilisieren. Wer für unsere Volkswirtschaft zur Verfügung stehe, dürfe sich nicht an der Frage überkommener Rollenklischees entscheiden.

„Selbstverständlich kann es auch volkswirtschaftlich nicht hingenommen werden, wenn Frauen in den Betrieben ihre Karrierechancen erst dann eröffnet bekommen, wenn im Betrieb buchstäblich kein einziger Mann mehr zur Verfügung steht, der nicht schon befördert worden wäre“, kritisiert Pauly-Bender.

Die SPD-Fraktion hat vor diesem Hintergrund einen Berichtsantrag eingebracht. Darin wird die Landesregierung umfassend abgefragt, welche Daten ihr zur Situation von Frauen in Führungspositionen vorliegen und welche Anstrengungen sie unternimmt, um diese Situation zu verbessern.