SPD-Landesparlamentarier und SPD-Kommunalpolitiker haben sich seit Freitag letzter Woche mit den neuen Betriebsanträgen des Großkraftwerkes befasst. Mit dem umweltpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Gernot Grumbach, dem Hanauer Stadtrat Müller sowie dem Hainburger Kommunalpolitiker Dieter Reining hat sich die SPD Landtagsabgeordnete Dr. Judith Pauly-Bender von der Betriebsleitung über die Ausbaupläne informieren lassen und sich über die zusätzlichen Belastungen für die Gemeinde Hainburg informiert.

Firmenchef Kaufinger hat auf Anfrage bekräftigt, auch mit Hainburg in gutem Einvernehmen leben zu wollen. Die Firmenleitung habe auch den Hanauern große Konzessionen bei der Antragstellung eingeräumt (Rententionsbecken für Regenwasser und Kohlesilos sowie die Anordnung der Schornsteine).
Verwundert zeigten sich Pauly-Bender und Reining, dass Hainburg auf Anfrage im Rahmen der Anhörung nach §12 HPLG keinerlei Vorbringung zur Interessenlage Hainburgs gemacht hatte. Hanau hatte gegenüber dem Antragsteller mit Argumenten aufgewartet, die auch Hainburg angestanden hätten, nämlich Minderung der Lebensqualität und die Erhaltung des Immobilienwertes. Der Hainburger Kommunalpolitiker teilt diese Ansicht: Ihm zufolge stelle das Werk immerhin einen großen Landschaftsschaden zulasten der kleinen Gemeinde Hainburg dar, über die das Werk am Horizont förmlich drohe, ohne dass der Kommune auch nur ein einziger Eurocent für infrastrukturelle Ausgleichmaßnahmen zur Verfügung stehe.
Pauly-Bender hat ganz besonders der Abtransport der zukünftig noch erhöhten so genannten Restprodukte interessiert, die auch zukünftig nicht auf den Wasserweg gebracht werden könnten. „Zwar bemüht sich die Firmenleitung um eine direkte Anbindung ihres Werks an die Schiene. Doch bis zu einer eventuellen Realisierung droht eine abermalige Zunahme der LKW-Verkehre rund um die Hanauer Kreisel, die durch buchstäblich nichts mehr aufgefangen werden kann.“ Pauly-Bender zufolge geht es hier zwischenzeitlich um weit mehr als um die leidige Frage Limesbrücke und Katzenbuckel, sondern um die generelle Aufnahmefähigkeit der A3, B 45, A 66 und Umgebung insgesamt. Es ist ihr nicht ersichtlich, welche Maßnahmen von der Hessischen Landesregierung ergriffen worden wären, um den Druck von diesem Knotenkonglomerat zu nehmen.
Verkehrspolitische Anfragen zur Gesamtsituation der A3 und Umgebung, zur Verkehrsbelastung in Hainburg sowie zu den EON-Ausbauplänen hat die Abgeordnete deshalb gestartet und hofft auf eine zügige Beantwortung der Landesregierung .