Pauly-Bender: Undemokratisches Diktat nach gebäudewirtschaftlichen Prinzipien statt Schulentwicklung
Wahlgeschenke lassen – Schulen leben lassen
„Ohne jedes demokratisches Fingerspitzengefühl“ sind nach Auffassung der sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten Dr. Judith Pauly-Bender die „geradezu diktatorischen Ansagen des Kreis Offenbacher Schuldezernats, wenn er in der Schullandschaft herumfuhrwerken will, ohne je eine gemeinsame Lösung mit den Schulkonferenzen vor Ort gesucht zu haben.“
Bei Ihre ersten Schulreise, zunächst durch Seligenstadt, Georg-Hauptmann-Schule und der Matthias-Grünewald-Schule, hat sich die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Pauly-Bender am Montag dieser Woche ein persönliches Bild vor Ort gemacht:
Und ihr Eindruck hat sich bestätigt, dass die Schulen, Schüler und ganz besonders die Kollegien nichts weniger brauchen können als Unruhe und Verunsicherung. Wo die SchülerInnenzahlen, bedingt durch den demographischen Wandel, zurückgegangen sind, haben sich die Schulen aufgemacht, die pädagogische Qualität zu verbessern. Pauly-Bender: „Und das ist doch gut so, oder?!”
Pauly-Bender hält nach ihren Besuchen gar nichts davon, die Schulen im Kreis durcheinander zu wirbeln, förmlich herum zu treiben und zu immer größeren Einheiten zusammen zu legen. „Da steht wohl etwas zu viel Shareholder-Philosophie der privatisierten Gebäudewirtschaft dahinter“, wettert die Abgeordnete, „und verweist darauf, dass Schulentwicklung in erster Linie der öffentlichen Bildung und ihrem pädagogischen Auftrag zu dienen habe.“
Pauly-Bender erwartet auch vom Kreis, Prioritäten zugunsten der Bildung zu setzen. Was Hänschen in seiner Schule nicht lernen darf, kann ihn am Ende leicht zur Kommunalen Arbeitsvermittlung treiben! „Wir können doch froh sein,“ argumentiert Pauly-Bender, wenn die Realschüler und –schülerinnen der Hauptmann-Schule bei steigender Konkurrenz um Lehrplätze infolge zurückgehender Zahlen weiter gut und vielleicht sogar noch besser mithalten können, wenn man der Schule die gewonnene Luft lässt.“
An die Adresse der CDU-Landesregierung geht der Appell der Landtagsabgeordneten, weniger Wahlgeschenke zu finanzieren, ja, – notfalls vielleicht sogar weniger Straßen zu bauen – , als bei der Bildung zu sparen! Der Kreis könnte jedenfalls schon einmal die bereits im Haushalt eingeplanten Wahlkampfmittel für die Großveranstaltung „Stadt und Land“ zugunsten der Schulen umbuchen. Auch kleine Beträge machen Mist!
Pauly-Bender hat sich an das Ministerium in Wiesbaden gewandt. Ministerin und Schulplaner sollten sich am Besten vor Ort anschauen, was ihr Rechenschieberdiktat in der hessischen Schullandschaft anrichtet!