Durchregiert ! Der Schulentwicklungsplan des Kreises Offenbach ist ein Beitrag zur CDU Schulpolitik und kein Beitrag zur Bildungsoffensive!
Dem schon vielfach und auch im Detail kritisierten Schulentwicklungsplan des Kreises Offenbach, den der Landrat heute eingebracht hat, steht die Landtagsabgeordnete Dr. Judith Pauly-Bender weiterhin mit großer Skepsis gegenüber.
In den Augen der Abgeordneten setzt dieser Schulentwicklungsplan die verfehlten Vorgaben der Schulpolitik des Landes Hessen „fast schon sklavisch“ um.
Im Kommunalwahlkampf habe dies noch ganz anders geklungen. Seinerzeit hatten Landrat Walter und andere CDU-Größen in Aussicht gestellt, dass sie die Schullandschaft im Kreis Offenbach gegen die Kürzungspolitik der Kultusministerin nötigenfalls auch mit juristischen Mitteln, jedenfalls aber mit allen politischen Mitteln stoppen würden. „Vor der Wahl ist in diesem Falle wirklich nicht nach der Wahl“, so Pauly-Bender.

Der eingebrachte Schulentwicklungsplan verfehlt die bildungspolitischen Gebote der Stunde vor allem aus zwei Gründen:

  • Erstens: Er folgt der irrigen und schädlichen Vorstellung, man könne den Rückgang der Schülerzahl zum Anlass nehmen, an der Bildung zu sparen. Pauly-Bender: „Dies ist völlig abwegig, jeder Euro muss in der Bildung bleiben. Die zurückgehenden Schülerzahlen ermöglichen es nämlich, endlich mehr für die Bildungsqualität zu tun. Wer hier mit der Haushaltsheckenschere zulangt, hat von der notwendigen Bildungsoffensive nichts verstanden und die Zeichen der Zeit verkannt.
  • Zweitens: Die Art und Weise wie hier von Wiesbaden mittels eines willfährigen Kreisausschusses bildungspolitisch durchregiert worden ist, zeugt von einer schlechten demokratischen Kultur. Von Bürgergesellschaft keine Ahnung! Die betroffenen Kollegien und Personalvertretungen, vor allem aber die Eltern, die für ihre Kinder die hauptsächliche Verantwortung tragen, wurden in einer unglaublichen Weise aus der Planerstellung ausgesperrt und durch die CDU-Sprecher, sofern diese sich überhaupt herabgelassen haben, in arroganter Weise abgefertigt. Dies zeugt von einem verstaubten Politikverständnis, das gerade im Bildungsbereich in keiner Weise zukunftsfähig ist.

Die Abgeordnete hofft, dass die düpierten Eltern und Lehrerkollegien, Personalvertretungen im Kreis Offenbach an dieser Vorgehensweise der Institutionen nicht verzweifeln.