Gerechte Löhne auch im Kreis Offenbach?

Den sozialen Konflikt im Bereich der Asklepioskliniken in Langen und Seligenstadt sieht die Sozialausschussvorsitzende im Hessischen Landtag Dr. Pauly-Bender mit großer Sorge:

Bei diesen Kliniken handelt es sich nicht um x-beliebige Wirtschaftsunternehmen, sondern um die tragenden Säulen der Gesundheitsversorgung des Kreises Offenbach mit seinen über 340 000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Die erhebliche Störung des sozialen Friedens, die dort nunmehr eingetreten ist, ist nicht nur ein trauriges Kapitel für die ArbeitnehmerInnen und deren Familien, sondern kann auch die Bevölkerung, die auf die Sicherstellung ihrer Gesundheit angewiesen ist, nicht kalt lassen.

Zum ohnedies sehr problematischen Gehaltsgefüge im Gesundheitswesen finden sich nähere Informationen unter:http://www.mindestlohn.de/service/lohnschocker/

In den Augen der Abgeordneten Pauly-Bender versucht die Unternehmensleitung derzeit, die Löhne der Beschäftigten in einer unangemessenen Weise noch weiter nach unten zu drücken, obwohl in den ehemaligen Kreiskliniken seit der Privatisierung ohnedies Schmalhans Küchenmeister ist. „Niedrig- und Armutslöhne passen aller Erfahrung nach nicht zu einem qualitätsvollen Gesundheitswesen. Es handelt sich hier nämlich nicht um die Herstellung von Billigtextilien oder ähnlichen Produkten des kurzlebigen Konsums.“

Daher führt für die Sozialexpertin Pauly-Bender kein Weg daran vorbei, dass auch bei Asklepios die sozialen Belange der Beschäftigten endlich angemessen berücksichtigt werden.

Die Zuspitzung der jüngsten Zeit wirft in den Augen der Abgeordneten zudem ein sehr schlechtes Licht auf die Privatisierung der seinerzeitigen Kreiskliniken. Die düsteren Prophezeihungen der damals unterlegenen Privatisierungsgegner scheinen bei Asklepios Wirklichkeit zu werden:

Offensichtlich haben die damals politisch Verantwortlichen, die auch heute noch amtieren, in den Privatisierungsverträgen die sozial- und gesundheitspolitische Dimension des Vorgangs in vollständig unangemesser Weise vernachlässigt. Sie hätten daher allen Anlass, sich endlich in dem Arbeitskonflikt für eine gerechte Lohnentwicklung zu engagieren und die Zuschauertribüne zu verlassen, so wie dies die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jetzt mit allem Recht erwarten.

Pauly-Bender erklärt sich mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern solidarisch und setzt sich bei der Unternehmensleitung für mehr soziale Gerechtigkeit und größere gesundheitspolitische Vernunft ein.

Sie hofft, dass bei etwaigen zukünftigen Klinikprivatisierungen im Lande Hessen den sozialen Belangen der Beschäftigten und den gesundheitspolitischen Interessen eine höhere Bedeutung beigemessen wird, als dies im Kreis Offenbach augenscheinlich geschehen ist.