Nachdem bekannt geworden sein, die Landesregierung am 3. März alle hessischen Schulleiter zu einem „Kongress“ mit dem Thema eigenverantwortliche Schule in der Frankfurter Jahrhunderthalle dienstverpflichtet, um aus dem Mund von Ministerpräsident Roland Koch und Kultusministerin Wolff die Botschaften für das Wahlkampfjahr 2007 entgegenzunehmen, habe die SPD-Landtagsfraktion umgehend einen Fragenkatalog zu der Veranstaltung an Kultusministerin Wolff geschickt und Aufklärung verlangt, dies teilte die Landtagsabgeordnete Dr. Judith Pauly-Bender mit. Allerdings habe die Kultusministerin auf das Schreiben nicht reagiert.

„Ganz offensichtlich will Frau Wolff keine Aussagen zu dem Schulleiterkongress machen, der nun ein weiteres Mal für Schlagzeilen gesorgt hat“, so Pauly-Bender weiter. Das lege den Verdacht nahe, dass die Ministerin in Erklärungsnöten sei, weil es sich bei der Veranstaltung tatsächlich eher um Wahlkampf auf Staatskosten als um eine dienstlich notwendige Konferenz mit den Schulleiterinnen und Schulleitern handele.
Es sei bestürzend, dass anscheinend die Grenze zwischen Regierungs- und Parteiarbeit von dieser Landesregierung verwischt werde. Wenn sich dies bestätigen würde, dann wäre das ein ungeheuerlicher Vorgang im demokratischen Hessen, verdeutlichte die Abgeordnete.
„Die SPD hat daher einen Dringlichen Berichtsantrag (Anlage) in den Landtag eingebracht, der unsere Fragen enthält. Jetzt muss die Landesregierung im Ausschuss Stellung nehmen und kann sich nicht wegducken“, so Dr. Pauly-Bender abschließend.