Nach den Vorkommnissen in Rodgau und jetzt auch noch in Wiesbaden und Frankfurt sorgt sich die örtliche Landtagsabgeordnete Dr. Judith Pauly-Bender um die Sicherheit der freiwilligen Polizeihelfer ihres Wahlkreises. Auch im Kreis Offenbach gab es Angriffe auf freiwillige Polizeihelfer. Bekannt geworden war, dass ein Rodgauer Polizeihelfer bei einem Streifengang entlang der S-Bahnstrecke mit Steinen beworfen wurde.

Zur Aufklärung eventuell weiterer bislang unbekannter Vorfälle wendet sich die Abgeordnete nun an den Minister: „Jetzt will ich Klarheit, wie oft PolizeihelferInnen in Rodgau und anderen Orten in meinem Wahlkreis bereits in brenzligen oder gar gefährlichen Situationen gewesen sind!

Wir fragen, ob die Hessische Landesregegierung nach den Vorkommnissen in Wiesbaden jetzt noch immer die Verantwortung dafür übernehmen will, unausgebildete Kräfte auf die Straße zu schicken und zu gefährden. Mit der Polizeigewerkschaft gemeinsam haben wir als SPD davor immer gewarnt, nicht zuletzt auch im Sicherheitsinteresse der freiwilligen Helfer ohne polizeiliche Fachausbildung.“

Der massive Angriff auf den freiwilligen Polizeihelfer in der Landeshauptstadt sei kein Einzelfall, sondern nur die Spitze des Eisbergs. Nach der Berichterstattung zu den von Koch und Bouffier geführten Gesprächen, müsse man nun feststellen, dass es bereits der vierte Angriff auf einen freiwilligen Polizeihelfer in Wiesbaden gewesen sei. Pauly-Bender: „Wenn der Innenminister nicht in den letzten Jahren permanent Stellen bei der Polizei abgebaut und durch den freiwilligen Polizeidienst und die Wachpolizei die Entprofessionalisierung betrieben hätte, müssten heute nicht ehrenamtliche Laien in den Städten und Gemeinden ihren Kopf hinhalten.“

Die Ankündigung des Innenministers, den Helfern würden jetzt Schutzwesten verteilt, hält Pauly-Bender für kontraproduktiv, weil dies den betroffenen Ehrenamtlichen eine Sicherheit vorgaukle, die nicht gegeben sei. Es könne nicht darum gehen, die Ausstattung des freiwilligen Polizeidienstes in möglichst großem Umfang an die der Polizei anzupassen, sondern es müsse vielmehr ein Sicherheitskonzept entwickelt werden, dass den gefährlichen Einsatz von Privatleuten nicht mehr erforderlich mache. Pauly-Bender stellt heraus, dass die Sicherheit der Bevölkerung in Hessen nur von gut ausgebildeten und durch umfassend auf Krisensituationen vorbereiteten Polizeibeamten gewährleistet werden könne.