Angesichts verschiedener Gespräche, welche die Firma EON derzeit mit lokalen CDU-Vertretern führt, warnt die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Judith Pauly-Bender vor einem Täuschungsmanöver:
“Diese Gespräche benutzt EON dazu, die Region auseinander zu dividieren. Das Unternehmen sieht sich zu seiner eigenen Überraschung mit einem geschlossenen Nein der Region zu einem Monsterkraftwerk am östlichen Untermain konfrontiert. EON sucht daher ganz offensichtlich willfährige Helfer, um die Region von ihrem klaren Kurs abzubringen.“

Pauly-Bender warnt ausdrücklich davor, sich in Separatgesprächen über irgendwelche Schadstoffarithmetiken verwickeln zu lassen. „Für alle derartigen Fragen gibt es in unserem Rechtsstaat klare Verfahren: insbesondere bietet das Raumordnungsverfahren Gelegenheit, alle diese Frage in einer sauberen und transparenten Weise zu erörtern. Es ist ein Skandal, dass weder EON noch die Landesregierung dieses Raumordnungsverfahren bis heute angestrengt haben. Beide, EON und die Landesregierung könnten das Verfahren jederzeit initiieren.

Ich verlange eine kurzfristige verbindliche Aussage der CDU, dass dieser Skandal endlich beendet wird! Worauf wird hier gewartet? Wie lange will man eigentlich noch prüfen? Und warum wird herumgeeiert?!“

Das letzte Gespräch zu dem der Hainstädter Bürgermeister Bessel den Vertreter der Landes-CDU Lortz in diesem Tagen begleiten durfte, zeigt, wie weit es schon gekommen ist: Einzelne führen Verhandlungen, um ihr Gesicht liften zu lassen, das ihnen in einer namentlichen Landtagsabstimmung heruntergefallen ist. „Wer soll davon etwas haben? Die Region sicher nicht! Die Region muss zusammenbleiben. Sie hat nur dann eine Chance, wenn sie sich nicht auseinanderdividieren lässt!“ sagt Dr. Pauly-Bender.
Von Herrn Bessel speziell wäre zu erwarten, dass er als Anwalt der Hainburgerinnen und Hainburger gegenüber EON eine so klare Kante zeigt, wie dies etwa der Hanauer Oberbürgermeister Kaminsky bislang tut. Nur dann gibt es eine Chance, dass seine Gemeinde Hainburg von dem geplanten Kraftwerksmoloch nicht gänzlich erdrückt wird.
Eins ist klar: Tatsachen zählen immer mehr als warme Worte. Fakt ist, dass die Landesregierung in vielzähligen Erklärungen im Parlament und andernorts in Hessen immer wieder dem Staudingerausbau das Wort redet.

Zuletzt geschah dies medienöffentlich (vgl. beispielsweise nur dpa vom 12.6.2007) auf dem so genannten Energiekongress der CDU, der vor wenigen Tagen stattgefunden hat. Konkret haben dort in dieser Angelegenheit der Ministerpräsident Koch und der CDU Fraktionsvorsitzende Dr. Wagner den Staudinger Ausbau gefordert.
Es wäre dringend an der Zeit, dass die örtliche CDU den Bürgerinnen und Bürgern über diese Wahrheit endlich reinen Wein einschenkt und nicht zu Glasperlenspielen Zuflucht nimmt.
Angesichts der laufenden Manöver ist ein deutlicher Auftritt der Region am 30.Juni notwendiger denn je.