Die SPD Hessen ist gegen einen Ausbau in der geplanten Form. Ein Block 6 mit einer Leistung von 1100 MW am Standort Staudinger kommt für uns nicht in Frage. Dies haben Andrea Ypsilanti, Spitzenkandidatin der SPD Hessen für das MinisterpräsidentInnenamt, sowie der designierte Umwelt- und Wirtschaftsminister Dr. Hermann Scheer bereits mehrfach vorgetragen. Eine andere Haltung widerspräche auch den Bundesbeschlüssen der SPD, die Ende Oktober auf dem Parteitag in Hamburg gefasst wurden und die eine Abkehr von Atom- und fossilen Kraftwerken hin zu regenerativen Energien aufzeigen. „Statt mit einem Ausbau zum Giga-Kraftwerk jetzt für Jahrzehnte weiterhin an einer Form der Energiegewinnung festzuhalten, die eigentlich nur noch ein Auslaufmodell ist, wollen wir“ so die Erläuterung der örtlichen SPD-Abgeordneten, „die Chance nutzen, um endlich in den Umstieg auf erneuerbare Energieformen einzusteigen!“
Wie dies gelingen kann, habe der Energieexperte Hermann Scheer für den Standort Staudinger wiederholt aufgezeigt:
Die Alternative auf Grund einer sozialen, gesamtwirtschaftlichen und gesamtökologischen Bewertung, an der sich eine von uns geführte Landesregierung orientieren würde, geht davon aus, dass anstelle des Blocks 6 mit 1100 MW ohnehin nur eine Kapazität von maximal 700 MW erforderlich wäre. 400 MW wäre der Anteil des gedachten Partners der Stadtwerke Hannover, die gemäß der alternativen Zielsetzung einer Dezentralisierung der Produktion andernorts erstellt werden müssten – zumal Niedersachsen dünner besiedelt und weniger ökologisch belastet ist als Hessen.
Von den verbleibenden 700 MW würden eine Regierung Ypsilanti 300 MW unter der Bedingung genehmigen, dass eine volle energetische Wärmeauskopplung stattfindet. Diese 300 MW Fernwärme entsprechen der derzeitigen Planung. Damit reduziert sich der tatsächliche Ersatzbedarf auf maximal 400 MW.
Es handelt sich dabei um eine jährliche Produktionsleistung von etwa 3,3 Mrd. Kilowattstunden. Dieses Produktionspotential kann erreicht werden, in dem systematisch und in kombinierter Form erneuerbare Energien (Wasserkraft, Photovoltaik, Windkraft) sowie Kraft-Wärme-Kopplung (mit Biogas oder einstweilen Erdgas) genutzt werden. Dazu gehört auch eine optimierte Verwertung von organischen Abfällen, wie es z.B. die Rhein-Main-Deponie in Flörsheim erfolgreich praktiziert.
Pauly-Bender weist in diesem Zusammenhang erneut auf die Forderung hin, dass die Alternativen zu dem geplanten Ausbau in dem länderübergreifenden Raumordnungsverfahren allerdings auch ernsthaft geprüft werden müssen. „Ein x-beliebiges Raumordnungsverfahren, dass sich lediglich auf die jetzigen Ausbauanträge des EON-Konzernes versteift, bringt der Region gar nichts. Das ist die Mogelpackung der Zusage, wie sie die CDU-Landesregierung zwischenzeitlich gemacht hat“, kritisiert Pauly-Bender und erläutert weiter: „Die Bürgerinnen und Bürger dürfen sich nicht täuschen lassen. Das Energiekonzept der CDU will den Block VI, und die Regierung weiß jetzt schon, dass sie das Raumordnungsverfahren so eng anlegen will, dass die Genehmigung am Ende steht.“
Pauly-Bender betont, über den Block VI entscheide letztlich die Landtagswahl. Wiederholt habe die CDU-Landesregierung ihr Bekenntnis für das Projekt bekräftigt und das Raumordnungsverfahren erst dann zugesagt, als ihre Prüfung sicher ergeben hatte, dass, wenn der Prüfauftrag eng am Projektantrag gehalten würde, von einem Raumordnungsverfahren keine Gefährdung für die Genehmigung drohe.
Von einem entscheidungsoffenen Verfahren gehen Pauly-Bender zufolge die CDU im Lande und auch die Antragsteller schon lange nicht mehr aus. Die Vorwegnahme des Ergebnisses zeige die bereits jetzt erfolgende scheibchenweise Umsetzung der Ausbau-Pläne, wie z.B. die jüngst erfolgte Genehmigung des Kohlelagers durch das Regierungspräsidium. Und Pauly-Bender freut sich, dass dies zwischenzeitlich sogar vom Gemeindeparlaments Hainburg unisono so gesehen wird!
Die Abgeordnete ermuntert die Bürgerinnen und Bürger der Region, ihr Wahlrecht am 27.1.2008 auch und gerade unter dem Gesichtspunkt des „Für und Wider“ eines Blockes VI auszuüben. „Selten haben die Bürgerinnen und Bürger eine solche Entscheidungsklarheit für oder gegen ein Projekt, das in unserer Region, ja in der ganzen hessischen Energielandschaft, Weichen auf 40 bis 50 Jahre stellt. Die Region kann bei der Landtagswahl wählen zwischen den Projektbefürwortern, CDU und FDP, sowie den guten regional und energiewirtschaftlich segensreichen Alternativen, die das Energiekonzept von Ypsilanti und Scheer beinhaltet“, resümiert Pauly-Bender.