Dr. Pauly-Bender unterstützt Konzept für bessere Bildungspolitik
Als „eine Phase des Rückschritts“, bezeichnet die Rodgauer Landtagsabgeordnete Dr. Judith Pauly-Bender die neun Jahre CDU-Regierung in Hessen unter Roland Koch mit Blick auf die Bildungspolitik. „Die Liste der schulpolitischen Fehlleistungen ist lang: egal ob mit oder plus: die Unterrichtsgarantie ist nicht erfüllt, die unselige Schulzeitverkürzung im Rahmen von G8 führt zu übermäßigem Druck, zu Schulangst und Schulversagen, Bildungschancen werden verbaut – bis hin zum Zugang zu Hessens Hochschulen, der für viele durch Studiengebühren erschwert wird“, so fasste die Abgeordnete die katastrophale Bilanz der CDU-Landesregierung im Bildungsbereich zusammen.
„Eine neue Bildungspolitik, die sich den internationalen Untersuchungen und Erkenntnissen im Bildungsbereich annimmt und versucht, das Bestmögliche für unser Bildungssystem zu erreichen, ist dringend notwendig“, so Pauly-Bender, „Deshalb hat die SPD in den vergangenen Monaten zusammen mit verschiedensten Beteiligten und ExpertInnen ein neues Konzept für das hessische Bildungssystem erarbeitet, das wir nun als „Haus der Bildung“ zusammen mit SchülerInnen, Eltern, LehrerInnen bauen wollen.“
Daher wird Pauly-Bender dieses Konzept am Freitag, den 09.11.2007 um 19 Uhr in der Berufsakademie Rhein-Main (Ober-Rodener-Str. 20) in Rödermark mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern in einer Veranstaltung der SPD Rödermark diskutieren. Unter dem Motto „Wir bauen das Haus der Bildung“ sind alle aufgerufen, sich in die Diskussion einzubringen.
„Unser Haus der Bildung besteht aus fünf Bausteinen: Der frühkindlichen Bildung, der Ganztagsschule, dem längeren gemeinsamen Lernen, der Lehrerbildung und aus selbständigen Schulen. Es kann aber weiterentwickelt und ergänzt werden,“ so Pauly-Bender weiter und stellt die einzelnen Bausteine vor:
Frühkindliche Bildung
Auf den Anfang kommt es an. Deshalb muss der Bildungsauftrag der Kindertagesstätten gestärkt werden. Auf Grundlage eines Bildungs- und Erziehungsplans sollen alle Kinder gezielt an Kernkompetenzen herangeführt und Fertigkeiten ausgebildet werden. Wir werden die Zusammenarbeit von Kindergarten und Grundschule verbessern. Um den Bruch im Übergang zu Grundschule abzufedern richten wir Schuleingangsstufen ein, die je nach dem Entwicklungsstand des Kindes in zwischen einem und drei Jahren durchlaufen werden können.
Ganztagsschulen
Wir wollen Kindern mehr Zeit und Raum zum Lernen geben, für moderne Pädagogik und vielseitiges Lernen. Wir wollen die Schulen zu einem sozialen Ort für Bildung und Erziehung aber auch für sinnvolle Freizeitgestaltung machen. Dafür werden wir mehr Lehrer einstellen – aber auch Erzieherinnen, Sozialpädagogen und fachkundigen Menschen aus Vereinen und Verbänden zu einem integralen Bestandteil der Schule machen.
Längeres gemeinsames Lernen
Kein Kind wird zurückgelassen, alle Talente werden ausgeschöpft. Wir wollen ein Lernklima, das Versagensängste abbaut. Miteinander und voneinander lernen bringt jedes einzelne Kind weiter. Wir wollen Kinder nicht nur in der Grundschule, sondern auch in der weiterführenden Schule gemeinsam fördern und unterrichten. In der Vielfalt liegt die Chance gemeinsam aber auf unterschiedlichen Wegen zu lernen. Dafür müssen Unterrichtsmethoden verändert und das einzelne Kind in den Blick genommen werden.
Lehrerbildung
Um den veränderten Anforderungen an Lehrerinnen und Lehrer gerecht zu werden, müssen auch Aus- und Fortbildung weiter entwickelt werden. Fachwissenschaften, Pädagogik, Didaktik und der Erwerb diagnostischer Kompetenzen müssen miteinander verschränkt und ein fächerübergreifendes didaktisches Curriculum entwickelt werden. Mit einer neuen Ausbildung wird ein verändertes Lehrerleitbild verbunden. Lehrkräfte sollen das nötige Werkzeug erhalten, um Initiatoren, Moderatoren und Lernbegleiter von Unterrichtsprozessen zu werden.
Selbständige Schule
Niemand weiß besser, was Kinder in der Schule brauchen, als die Schule selbst. Wir werden den Schulen die Freiheit und Selbständigkeit aber auch die Mittel geben, über pädagogische und organisatorische Fragen selbst zu entscheiden.
„So wollen wir die Schulen fit für die Schülerinnen und Schüler machen – denn die Kinder stehen im Mittelpunkt aller Bemühungen. Dafür werden wir die notwendigen pädagogischen Freiräume einerseits, aber auch die erforderlichen Ressourcen andererseits in der Regierungsverantwortung bereitstellen“, so Pauly-Bender abschließend.