Die euphorischen Einlassungen von Ministerpräsident Koch, er habe nach dem Bundesparteitag wieder bessere Aussichten „auch für jüngere Frauen sehr attraktiv“ zu sein, quittierte die SPD-Landespolitikerin Dr. Judith Pauly-Bender, zuständig für Frauenfragen im Zukunftsteam der SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti, mit Skepsis: „Gerade die jungen Frauen in Hessen verspüren die Halbherzigkeit der CDU-Vereinbarkeitspolitik am eigenen Leibe.

Sie merken täglich, dass Koch es letztlich als private Sache der jungen Frauen ansieht, wenn die fehlenden öffentlichen Kinderbetreuungsangebote den Alltag belasten und die Berufstätigkeit für Mütter unmöglich macht. Tausende junge Mütter sind es, die in den hessischen Hartz IV-Verwaltungen die Minijobs und schlecht bezahlten Teilzeitjobs angeboten bekommen. Und es sind tausende von Frauen, die nach einer wegen fehlender Betreuungsplätze erzwungenen Familienpause in Hessen vom Land alleine gelassen werden.“

Eine ganz aktuelle Studie der Bundesregierung zeige die skandalöse Wiedereingliederungsbilanz: „In einer soeben veröffentlichten Studie zum Länderranking für die berufliche Wiedereingliederung nach der Familienphase gibt Hessen ein absolut beschämendes Bild ab, und das sogar im Ranking der konservativ regierten Länder. Während das CSU regierte Bayern Kurse für Frauen in Hartz IV, Kontaktstellen und Programme zur Wiedereingliederung finanziert und Baden-Württemberg landesweit Kontaktstellen für Wiedereingliederung ausgebaut hat, sind betroffene Frauen in Hessen seit der Operation ‚düstere Zukunft’ Hessen ganz privat ihrem Schicksal überlassen.

Pauly-Bender möchte daher wissen, was junge Frauen an Koch finden sollen? „Die Interessen der jungen Frauen hat der CDU-Regierungschef in 9 Jahren jedenfalls nicht zu seiner Sache gemacht“, so Pauly-Bender.