Die Ergebnisse der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) und offensichtlich auch der neuen PISA-Studie mit Schwerpunkt Naturwissenschaften stellen den deutschen Schülerinnen und Schülern ein positives Zeugnis aus. Die Reformanstrengungen der letzten Jahre beginnen Früchte zu tragen.
Das 4-Mrd.-Ganztagsschulprogramm der damaligen rot-grünen Bundesregierung hat ganz erheblich zur Qualitätsverbesserung vor allem der Grundschule beigetragen. Seit 2002 wurde damit bundesweit der Ausbau von rund 6.400 Ganztagsschulen gefördert, über die Hälfte davon Grundschulen. Aber auch die Anstrengungen in der frühkindlichen Bildung und in der Schulpolitik in der Sekundarstufe 2 zahlen sich aus. Eine rasche und kontinuierliche Fortsetzung dieser Politik ist daher geboten, um den eingeschlagenen guten Weg erfolgreich weiterzugehen.
Doch die hessische Landesregierung unter Roland Koch verharrt in ihrer eigenen Ideologie und behindert den Fortgang auf diesem Weg, wo sie nur kann. Angefangen mit den schleppenden Abrufen der Bundesmittel für die Ganztagsschulen und die vornehmliche Förderung von lediglich betreuten Mittagstischen statt richtiger Ganztagsschulen, über die frühe Selektierung der Kinder im dreigliedrigen Schulsystem bis hin zu neuen zusätzlichen Bildungshürden wie die Verkürzung der Gymnasialzeit (G8) und Studiengebühren: die CDU in Hessen ist in jeder bildungspolitischen Hinsicht ein Bremsklotz auf dem Weg zu besserer Bildung und mehr Chancengleichheit.
Schaut man sich die Ergebnisse genau an, wird deutlich, dass es noch viel zu tun gibt: Immer noch hängt in Deutschland wie in kaum einem anderen Land der Bildungserfolg von der sozialen Herkunft ab.
Um diese Ungerechtigkeit zu beseitigen, stellt die SPD die Bildungspolitik ins Zentrum ihres Handelns und wird den eingeschlagenen guten Weg konsequent weiterverfolgen. „Wir brauchen mehr Chancengleichheit in unserem Bildungssystem. Denn Wissen und gute Bildung sind heute mehr denn je die entscheidenden Faktoren für Aufstieg und Teilhabe des Einzelnen. Chancengleichheit in der Bildung ist daher eine Frage der Gerechtigkeit der Lebenschancen der einzelnen Kindern,“ so die Rodgauer Landtagsabgeordnete Dr. Judith Pauly-Bender, „darüber hinaus aber auch eine Frage eines wettbewerbsfähigen Volkswirtschaft in der Zukunft. Wir brauchen gut ausgebildete Fachkräfte, wir brauchen die Talente und Begabungen aller unserer Kinder!“
Deshalb fordert die SPD: Jedes Kind soll eine Chance auf gute Bildung haben und nach seiner Leistungsfähigkeit gefördert werden. Wir brauchen mehr Chancengleichheit im deutschen Bildungssystem. Gute Bildung darf daher nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Daher kämpfen wir ein für Beitragsfreiheit von der Krippe bis zur Hochschule. Die CDU in Hessen geht mit ihren Studiengebühren den falschen Weg.
Bildung muss so früh wie möglich ansetzen und den spielerischen Wissens- und Entdeckungsdrang von Kindern unterstützen. In Kindertagesstätten kann die frühe Förderung durch pädagogisch ausgebildetes Personal geleistet werden. Die SPD hat in der rot-grünen Bundesregierung mit dem Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG) den Ausbau eines flächendeckenden Betreuungsangebotes eingeleitet. Gegen den Widerstand der CDU hat die SPD in der großen Koalition den Krippenausbau (von 250.000 auf 750.000 Plätze) sowie die Umsetzung des Rechtsanspruchs für alle Kinder ab Eins bis 2013 durchgesetzt. Die Zurückhaltung der Hessen-CDU bei der Umsetzung von Krippenplätzen steht dem Wunsch vieler Eltern nach frühkindlicher Bildung für ihr Kind dabei im Weg.
Wir wollen die soziale Auslese in der Schule überwinden. Kinder sollen die Chance haben gemäß ihrer Begabungen und ihrer Leistungsfähigkeit den bestmöglichen Abschluss zu erreichen, dies beinhaltet auch die Möglichkeit einer späteren Begabungsentwicklung. Das geht am besten, indem Kinder so lange wie möglich voneinander und miteinander lernen. Wir setzen uns daher für eine gemeinsame Schule von der ersten bis zur zehnten Klasse ein, verbunden mit einer optimalen individuellen Förderung. Die frühe Selektierung der CDU-Bildungspolitik, in der bereits in der vierten Klasse darüber befunden wird, ob ein Kind die Chance auf das Abitur erhält oder nicht, ignoriert die individuelle Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder und verstärkt die soziale Auslese.
Pauly-Bender: „Die Hessen-CDU unter Roland Koch hat in den vergangenen Jahren immer wieder bewiesen, dass sie allen Studien zum Trotz in der Bildungspolitik beratungsresistent sind. Statt aus den Fehlern der Vergangenheit und guten Beispielen aus anderen Ländern zu lernen und zum Wohle unserer Kinder einen Richtungswechsel einzuschlagen, geht die CDU mit Koch und Ministerin Wolff stur ihren Weg weiter in die falsche Richtung. Das macht eins klar: Bessere Bildung in Hessen und mehr Chancengleichheit gibt es nur mit der SPD! Wir sind fest entschlossen, für bessere Bildung neue Wege zu gehen. Nicht zuletzt deshalb hat Andrea Ypsilanti mit Rainer Domisch einen Experten aus der obersten Schulbehörde Finnlands, dem PISA-Siegerland, für das Bildungsministeramt gewinnen können.“