Und ich mache keine Hehl daraus: Nach 60 Jahren Bundesrepublik Deutschland halte ich es aus vollem Herzen für überfällig, dass es auch einmal eine Frau an die Spitze eines Bundeslandes schafft. Wer der Ansicht ist: Oh, schon wieder das Frauenthema, der mag sich von Angela Merkel überzeugen lassen, die gerade im Dezember des vergangenen Jahres mit strengen Worten genau dies angemahnt hat.
Es ist einfach kein Aushängeschild für Deutschland, dass es in der Ministerpräsidentenriege genau nur ein einziges Mal mit Heide Simonis eine Ministerpräsidentin gegeben hat. ? Überhaupt haben wir in Deutschland seit je überhaupt nur vier weibliche Kandidaturen gehabt. Neben Heide Simonis in Schleswig Holstein, Renate Schmidt in Bayern, Ute Vogt in Baden-Württemberg und jetzt Andrea Ypsilanti in Hessen. Und ich füge den Hinweis an: Nicht ganz von ungefähr ausschließlich Sozialdemokratinnen.
Und es käme mir ganz besonders in Hessen darauf an, dass sich Andrea Ypsilanti auch, aber bei Weitem nicht nur wegen ihres Geschlechtes durchsetzt.
Andrea Ypsilanti ist für mich, und man wird sehr kritisch nach insgesamt 17 verbrachten Jahren in einem Landesparlament, Andrea Ypsilanti ist für mich das verkörperte positive Gegenprogramm zu Roland Koch und zwar dies als Person und als Politikerin mit klarem Werteprofil.
Sie wird selbst noch vortragen, wie sie und mit ihr wir als hessische Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen die Zukunft dieses Landes gestalten wollen.
Nie gab es eine Landtagswahl, bei der so viel Grundlegendes auf einmal zu entscheiden war.
Und das ist eben auch für das Leben in unserem Kreis Offenbach entscheidend.
Ganz besonders als Sozialausschussvorsitzende im Hessischen Landtag setze ich darauf:
Ich setze auf eine Ministerpräsidentin Ypsilanti, die die soziale Kultur Hessens wieder herstellt und pflegt. Ich betrachte es sehr kritisch, dass während der Regierungszeit Roland Kochs mit dieser guten Tradition gebrochen worden ist. Vielfältige Maßnahmen des Sozialabbaus und eine offiziöse Dauerpolemik gegen die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie ihre Interessenvertretungen haben das Profil Hessens grundlegend verändert. Das Sozialstaatsprinzip hat in Hessen keinen Rückhalt mehr. Heute prägt soziales Desinteresse die regierungsamtliche Szene.
Umso wichtiger ist mir als Sozialpolitikerin der Regierungswechsel 2008!
Unter sozialdemokratischer Regierungsverantwortung wird das Land ab 2008 wieder vorn sein, wenn es um die Arbeitnehmerrechte geht.
- Andrea Ypsilanti kämpft für Mindestlöhne, Koch fordert Armutslöhne.
- Andrea Ypsilanti will wieder mehr soziale Gerechtigkeit in Hessen, Koch entzieht den Sozialinitiativen das Geld.
- Andrea Ypsilanti steht für Tarifautonomie; Koch will eine Lohnpolitik im öffentlichen Dienst nach Gutsherrenart.
- Andrea Ypsilanti will faire Löhne für gute Arbeit; er hat Arbeitern, Angestellten und Beamten Mehrarbeit aufgebürdet und Urlaubs- und Weihnachtsgeld gekürzt.
- Andrea Ypsilanti macht die Politik für berufstätige Frauen zu Ihrem Chefinnenthema, Koch lässt sich von Gräfinnen feiern.
- Andrea Ypsilanti setzt sich für die Vermögenssteuer ein, Koch will wieder Steuererleichterungen für ausländische Manager.
- Andrea Ypsilanti will den Bildungssozialstaat und die individuelle Förderung jedes einzelnen Schülers, Koch überfordert mit der Schulzeitverkürzung in der gymnasialen Mittelstufe ebenso wie mit der Halbtagsschule Kinder und Familien.
- Ypsilanti will neue Lehrer einstellen, Koch hat Lehrerstellen abgebaut.
- Ypsilanti will eine demokratische und friedliche Schulentwicklungsplanung vor Ort, Koch drangsaliert die Schullandschaft ohne kulturelle Rücksichten vor Ort mit dem Rechenschieber.
- Andrea Ypsilanti steht für Bildungsgerechtigkeit, Koch steht für Auslese.
- Ypsilanti will wieder für ein kostenloses Studium sorgen, Koch hat Studiengebühren eingeführt.
- Sie setzt auf Neue Energien, Koch setzt auf Atomkraft und will das größte Kohlekraftwerk Europas in unserer allernächsten Nähe genehmigen.
- Sie wird wieder für solide Finanzpolitik sorgen; er hat ein Drittel aller Nachkriegsschulden Hessens zu verantworten und dazu noch fast alle Landesimmobilien verscherbelt.
- Sie steht für glaubwürdige Politik, er hat beim Schwarzgeldskandal nachgewiesen die Unwahrheit gesagt.
Vom Hessischen Rundfunk befragt, was in meinen Augen das zur Zeit drängendste Problem in Hessen sei, habe ich im Dezember geantwortet:
Die absolute Mehrheit der CDU und ihre Unbelehrbarkeit in Sachen Energie, Bildung, Betreuung, Studiengebühren, Tarifordnung, Gleichberechtigung, sozialer Verantwortung, ja und auch in Sachen regionaler Gestaltungsveranwortung für das Rhein-Main-Gebiet.
Und auf die zweite Frage, was ich für meinen Wahlkreis, unseren östlichen Kreis Offenbach in der kommenden Legislaturperiode mit einer SPD-geführten Landesregierung durchgesetzt sehen will, dies als wichtigste Punkte:
- Eine demokratische Schulentwicklungsplanung, für die Pädagogik im Zentrum steht.
- Echtes Landesengagement für Kinderbetreuung und Ganztagsschulen.
- Mehr demokratischen Respekt vor den örtlichen Initiativen, ob rund um Schule, in Sachen Energie, in den Fragen des Verkehrs oder anderes.
- Eine Landesregierung, die Arbeitnehmerinnenrechte und Arbeitnehmerrechte verteidigt, die Tarifautonomie hochhält und, wo diese versagt, engagiert für Mindestlöhne eintritt.
- Mehr Landesengagement für den Lebensstandort Rhein-Main.
- Das Aus für das von EON beantragten Staudinger-Block VI und Alternativen (z.B. Biogas) mit regionalen Wertschöpfungschancen.
Und hierzu ganz klar, diese Position haben wir Andrea Ypsilanti, ihrem politischen Zukunftsmut und ihrer innerparteilichen Durchsetzungskraft, und sonst niemandem, zu verdanken:
Die SPD Hessen mit Andrea Ypsilanti an der Spitze ist gegen den uns drohenden Block VI am Standort Staudinger. Sie ist der Auffassung, dass dieses Giga-Kohlekraftwerk nicht in den ohnehin schon überlasteten hessischen Ballungsraum passt! Koch und seine Fraktion sind blind auf Genehmigungskurs.
Ypsilanti hat die Fragen aufgeworfen: Warum sollen wir unseren Standort an die Gewinninteressen der Monopolriesen verschenken, wenn eine entschlossene Energiewende unserer Umwelt, unserem regionalen Arbeitsmarkt und damit ganz Hessen nutzt.
Meine Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,
Koalitionen werden nach dem 27.1.2008 sicher verhandelt werden müssen.
Aber, bitte kalkulieren sie alle ganz kühl mit:
Wer glaubt in diesem Raum, dass all dies anders als nur mit einer SPD-geführten Landesregierung nach dem 27.1.2008 durchzusetzen wäre?
Ich bin überzeugt, dass Andrea Ypsilanti die richtige Frau ist, Hessen ab dem 27.1.2008 in eine nachhaltigere, sozialere, chancengleichere politische Kultur und Zukunft zu führen.
Ihre Wahl wäre ein Gewinn für unsere Region, für Hessen und für Deutschland.
In diesem Sinne meine besten Neujahrswünsche, solche ganz persönlich für Sie und Ihre Familien, und solche der politischen Art!