Sozialdemokraten fordern aktive Maßnahmen des Staates für Lohngleichheit / Erster Deutscher Equal Pay Day am 15. April

Mit Blick auf den 15. April, dem 1. Deutschen Equal Pay Day, fordern die Sozialdemokraten im Hessische Landtag, die geschäftsführende Sozialministerin, Silke Lautenschläger. möge nun in ihrer neuen Rolle endlich Transparenz zur Lohnkluft zwischen Frauen und Männern in Hessen schaffen. Auch Hessen sei aufgefordert, seinen Beitrag bei allen Beteiligten, Unternehmen und Arbeitnehmern einen konstruktiven Dialog zur Beseitigung ungleichen Lohns für gleiche Arbeit anzukurbeln, sagte heute die frauenpolitische Sprecherin der SPD- Landtagsfraktion, Dr. Judith Pauly- Bender.

Pauly- Bender verwies darauf, dass die Forderung nach Lohngleichheit bereits konstitutiv für die alte Frauenbewegung und Basic- Forderung der frühesten Frauenrechtlerinnen gewesen sei. Skandalös sei rückblickend, dass die Missstände in Deutschland in mehreren Hunderten von Jahren nicht abgetragen werden konnten, und heute die deutsche Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen im Vergleich von 27 europäischen Staaten nur noch von der Slowakei, von Estland und Zypern übertroffen werde.

Besonders beschämend in Hessen sei, dass das Thema über Jahre von Seiten der Regierung nahezu totgeschwiegen und grob fahrlässig intransparent gehalten worden sei. So habe Lautenschläger noch im letzten Jahr in Beantwortung einer großen Anfrage der SPD zum Thema vorgetragen, nichts zur Aufklärung des hessischen Gehaltsgefüges beitragen zu können und sich mit Verweisen auf Bundeszahlen herausgeredet.

Die Sozialdemokraten im Hessischen Landtag wollten das so nicht stehen lassen und werden anlässlich des 1. Equal Pay Day eine parlamentarische Initiative einbringen, die Lautenschläger auffordere, für die nötige Transparenz über die bestehenden Lohndifferenzen zwischen Männern und Frauen in Hessen zu sorgen. Gefordert werde entsprechendes statistisches Material sowie die Veranlassung einer hessischen Studie. Pauly- Bender forderte darüber hinaus eine hessische Entgeltgleichheitskonferenz unter Beteiligung von Tarifparteien, Interessenverbänden und Politik, die im Dialog die Einebnung der bestehenden Lohndifferenzen anschiebe.

Nach Ansicht von Pauly- Bender müsse es dem hessischen Parlament gelingen, mit einer Mehrheit für frauenpolitischen Fortschritt die geschäftsführende Landesregierung auf das bayerische Niveau anzuheben: Bemerkenswerter Weise seien dort die Zahlen zu den bayerischen Gehaltsdifferenzen zwischen Frauen und Männern bekannt.

Pauly- Bender bedauerte das frauenpolitische Hinterherhinken Hessens umso mehr, als die wirtschaftlichen Hochleistungsregion Hessen als Schrittmacher im Länderkonzert für den Fortschritt in Deutschland ausfalle. Andere europäischen Länder hätten in Umsetzung der europäischen Beschäftigungsstrategie längst pro- aktive Maßnahmen ergriffen. So habe beispielsweise Schweden Unternehmen ab zehn Beschäftigte verpflichtet, Entgeltanalysen auf Unternehmensebene durchzuführen und diese einer Beratungsstelle – dem “Gleichstellungsombud” – zu übermitteln.

Link zur Großen Anfrage mit Antwort Drs. 16/8287: http://starweb.hessen.de/cache/DRS/16/7/08287.pdf