1. Das schlechte Landtagswahlergebnis der Hessischen SPD ist für uns ein sehr herber Einschnitt. Natürlich mussten wir nach den Umfrageergebnissen mit einem Denkzettel rechnen. Trotzdem hatten wir natürlich die Hoffnung, dass das Ergebnis nicht ganz so schlecht ausfallen würde. Wir stehen ähnlich niedergeschlagen da, wie im Jahre 2003. Damals erhielten wir landesweit im Vierparteiensystem ca. 29%, jetzt im Fünfparteiensystem an die 24%.
  2. Für unseren Wahlkreis Offenbach Land III, dem so genannten Ostteil des Landkreises, liegen die Ergebnisse ungefähr im Landesdurchschnitt. In einer Situation, in der in ganz Südhessen unsere Hochburgen fallen, wie etwa im Odenwald, können wir in den CDU-Hochburgen die Dämme natürlich erst recht nicht mehr halten. Hier wirkt das strukturelle Schwer- und Übergewicht der CDU in der örtlichen Kommunikation besonders eindringlich.
  3. Erste Einblicke in die WählerInnenbewegung zeigt, dass das große Thema die Abwanderung von SPD-Wählern in die Wahlenthaltung gewesen ist. Ein zweiter großer Brocken ist an die Grünen zurückgeflossen (Verschwinden des Hermann Scheer Effekts von 2008). Die Wanderungen zu den so genannten bürgerlichen Parteien halten sich demgegenüber ganz offensichtlich im Rahmen. Ich gehe davon aus, dass dies auch bei uns vor Ort so gelaufen ist.
    Größere Wanderungen zu der Partei Die Linke hat es nicht gegeben. Dass dies auch noch geschieht war nach den Ereignissen des Novembers meine große Sorge. Dass der SPD wenigstens dieses erspart geblieben ist hat immerhin noch den Sturz unter 20% landesweit verhindert.
  4. Zu denken gibt mir auch das Ergebnis in Hainburg. Dort haben die Kraftwerksparteien insgesamt 57,2 % der Zweitstimmen bekommen! Die Wahlenthaltung und Denkzettelwanderer werden hier dazu führen, dass sich FDP und CDU ermuntert fühlen dürfen, das Projekt durchzuziehen. Block VI ante portas.
  5. Was für meine Person das Verhältnis Erststimmen-/ Landesstimmen anbelangt, so kann ich im Landesdurchschnitt wohl zufrieden sein. Selbstverständlich blieben auch die Erststimmenergebnisse im Vergleich zu 2008 nicht unberührt. Das war überall so. Andernfalls hätten wir nicht so viele unserer SPD-Direktwahlkreise eingebüßt.
    In meinem Wahlkreis habe ich es mit einem ausgesprochenen Lokalmatador der CDU zu tun, der – das ist unbestritten – einer der schwierigsten Wahlkreisgegner ist, mit denen man in Hessen die Klinge kreuzen kann. Zudem haben die Direktkandidaten der FDP und Grünen von dem sattsam bekannten bildungspolitischen Sonderthema erneut profitiert, dass vor allem in Seligenstadt die BürgerInnen umtreibt. Weiterhin möchte ich festhalten, dass ich anders als mancher andere Kollege konsequent auf eine Erststimmenkampagne zugunsten unseres Spitzenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel verzichtet habe. Angesichts dieser Umstände ist ein Erststimmenplus von 5,1 % über den Zweitstimmen nicht schlecht; in meiner Heimatstadt Rodgau waren es sogar über 6,2 %. (Zum Vergleich: Bei Herrn Lortz betrug die Differenz wahlkreisweit 4,6%.)
  6. Alles in allem: Viele Menschen fühlten im letzten Jahr Enttäuschung gegenüber der SPD. Die einen haben den Kurs der Minderheitenregierung im Grundsatz nicht akzeptiert, die anderen haben die ganze Firma dafür verantwortlich gemacht, dass es mit der Minderheitenregierung am Schluss nicht geklappt hat. Verstehen kann ich das. Das SPD-Hoch des Winters 2007/2008 hatte ein Wahlergebnis erzeugt, das die hessische SPD an die obere Grenze ihres Potentials in unserem Bundesland gebracht hatte. Dieses Ergebnis ist im Laufe des Jahres 2008 vertan worden. Die SPD muss sich jetzt konsolidieren. Ich bin zuversichtlich, dass wir die verlorene Zustimmung in den kommenden 5 Jahren wieder zurück erarbeiten werden.
  7. Nach dem ersten Kassensturz glaube ich, dass wir an unseren Programmaussagen festhalten müssen. Die Bildungswende, die Energiewende, die Arbeitnehmerrechte, das bleiben wohl Themen auf Jahre, die weiter auf den Nägeln brennen werden. Es kommt jetzt die Herausforderung hinzu, die noch unabsehbaren Krisenlasten sozial gerecht zu verteilen. Und: Zu fürchten ist, dass sich mancher derer, die uns einen Denkzettel gegeben haben, schon in einem Jahr schwarz-gelb ärgern wird.
    Die Arbeit geht weiter. In der Wirtschafts- und Finanzkrise ist eine starke Sozialdemokratie noch wichtiger als sonst. Ich werde weiterhin als Sozialpolitikerin für die Stärkung der sozialen Kultur in Hessen und für die Stärkung der Arbeitnehmerrechte eintreten. Die bildungspolitische Wende hin zu mehr Chancengleichheit bleibt ebenso mein Ziel wie eine starke Lobby für Frauenrechte. Und ich werde weiterhin für Stopp-Staudinger eintreten und für die Lebensqualität unseres Heimatstandortes.
  8. Große Hoffnung setze ich auf Thorsten Schäfer-Gümbel, der mit weniger als 60 Arbeitstagen viel zu wenig Zeit hatte. Ich werde Thorsten Schäfer-Gümbel nach Kräften unterstützen, wenn er Fraktion und Partei so aufstellen will, dass die Welt bei der nächsten Landtagswahl in 2014 wieder anders aussieht.
    Unsere sturmerprobte SPD wird auch von den heute Jüngeren in Zukunft gebraucht, wenn es gilt, für eine starke ArbeitnehmerInnenlobby einzutreten. Dass die Hessische SPD diese Rolle in Zukunft wieder verlässlich ausfüllen wird, dafür will ich arbeiten.

Last not least möchte ich unseren Wählerinnen und Wählern danken, die uns in einer extrem schwierigen Situation die Treue gehalten haben. Ebenso danke ich den Mitgliedern und Mitstreitern, die in diesem harten Wahlkampf oftmals an die persönliche Belastungsgrenze gegangen sind.

Wiederholte Merkwürdigkeiten im Umgang der Landesregierung mit Bürgerrechten nicht hinnehmbar

Mit Befremden hat Dr. Judith Pauly-Bender, SPD-Kandidatin im Wahlkreis 46, die heutige Pressemeldung zur Kenntnis genommen, dass im Raumordnungsverfahren Staudinger unvollständige Unterlagen vorgelegt worden sein sollen: „Ich fordere die rückhaltslose Aufklärung des Sachverhalts und klare Aussagen darüber, wer die Verantwortung für die Schlampereien gegebenenfalls übernimmt. Die Angelegenheit Staudinger wurde von vorneherein von dubiosen Praktiken der Landesregierung begleitet. Nach der Vorfestlegung des Hessischen Ministerpräsidenten, der sich bereits 2007 ohne jede sachliche Prüfung für das Projekt ausgesprochen hat, haben sich die Merkwürdigkeiten und Voreingenommenheiten gehäuft.

Die neuesten Meldungen über mangelhafte Unterlagen passen sehr gut in das traurige Bild, dass die Landesregierung in dieser Angelegenheit immer abgegeben hat.“
Bei dieser Gelegenheit zeigt sich Pauly-Bender erfreut über die gestrige Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs zum Frankfurter Flughafen: „Die Landesregierung hat in der Angelegenheit des Nachtflugverbots eine schallende Ohrfeige erhalten, indem der Verwaltungsgerichtshof den Flughafenausbau auf die Grundlage der hessischen Mediation zurückgeführt hat: kein Ausbau ohne Nachtflugverbot! Kochs Nachtflugsrabatt war nicht nur unnötig, sondern offensichtlich sogar rechtswidrig – ein weiteres Beispiel für schamlose Gefälligkeitspolitik gegenüber Unternehmensinteressen.“

Kraftwerk Staudinger

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

das Thema Stopp Staudinger ist im Ostkreis Offenbach eines der wichtigsten Themen für die Landtagswahlentscheidung am 18.1.2009.

Wir brauchen eine Landesregierung, die nicht nur vor den großen Wirtschaftsinteressen kniet, sondern wir brauchen eine Landesregierung, die für den östlichen Untermain als Lebensstandort Partei ergreift, die für neue Arbeitsplätze in den neuen Energietechnologien eintritt, die unseren Kommunen neue kommunalwirtschaftliche Möglichkeiten rund um das Thema Energie verschafft.

Wir wollen kein „größtes Kohlekraftwerk der Welt am Standort Staudinger“. Das Projekt gehört nicht in den Ballungsraum. Das Projekt zeigt energiepolitisch in die Vergangenheit.

Die Initiative Stopp Staudinger informiert in diesen Tagen:

Das Raumordnungsverfahren für Block 6 wurde am 22. Dezember 2008 eingeleitet (Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Darmstadt /Link).

Jetzt besteht die Möglichkeit, sich neben Einzeleinwendungen auch einer Sammeleinwendung anzuschließen.

Hierzu besteht zum einen die Möglichkeit, online zu unterzeichnen: Das ist der einfachste Weg.

Direktlink zur Petition: https://ssl-id.de/www.heiner-fritzsche.de/stopp-staudinger/

Zum anderen besteht die Möglichkeit, eine Unterschriftenliste auszudrucken und sie zu unterzeichnen: die Unterschriftenliste finden Sie hier (Download über Homepage Stopp Staudinger).

Thorsten Schäfer-Gümbel, Spitzenkandidat der hessischen SPD zur Landtagswahl, und ich als örtliche Vertreterin der SPD haben bereits unterschrieben und wir würden uns freuen, wenn sich viele Bürgerinnen und Bürger anschließen würden.

Initiative Stopp Staudinger

Bitte unterstützen auch Sie die Initiative mit Ihrer Unterschrift. Auch mit der Weitergabe der Informationen und der Unterschriftenlisten an Freunde, Bekannten, Nachbarn, Kollegen u.a. können Sie helfen, diesem wichtigen Anliegen unserer Region Nachdruck zu verleihen. Für Ihre Unterstützung danke ich herzlich!

Mit freundlichem Gruß,

Ihre Judith Pauly-Bender

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Liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Freunde und Freundinnen der SPD

Mit dem heutigen Sonntag hat die heiße Phase des hessischen Landtagswahlkampfs begonnen. In unserem Wahlkreis hatten wir bereits im Bürgerhaus Zellhausen eine sehr gut organisierte Auftaktveranstaltung des dortigen Ortsvereins mit dem schleswig-holsteinischen Parteivorsitzenden Dr. Ralf Stegner und unserem SPD-Spitzenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel miterleben können.
Alle Anwesenden, Mitglieder und Sympathisanten, sind sich im Klaren darüber, dass die beiden Wochen, die vor uns liegen, eine besonders schwere Herausforderung für unsere Partei, für unseren Zusammenhalt und für die Sicherung unserer Zukunftschancen darstellen.

Ich selbst stehe in meinem sechsten Landtagswahlkampf und habe sehr schwierige Situationen miterlebt. Ich erinnere an die ausländerfeindliche Kampagne der CDU im Jahre 1999, die uns schließlich um die Regierungsverantwortung gebracht hat. Viele von uns werden sich daran erinnern, dass damals Teile unserer Wählerschaft an den Unterschriftensammelständen der CDU unterzeichnet haben, ja teilweise sollen damals sogar einige unserer Parteimitglieder einerzeit gesehen worden sein. Zu erinnern ist auch an den Anti-Agenda-Wahlkampf des Jahres 2003, bei dem die Hessen SPD die Rechnung für Hartz IV erhalten hat und – damals noch im Vierparteiensystem – unter die 30% Grenze fiel! Jetzt stehen wir vor möglicherweise noch größeren Schwierigkeiten und müssen erneut im Gegenwind unsere Frau und unseren Mann stehen. Das Zwischenhoch des Jahreswechsels 2007/2008 ist Geschichte, seine Erträge wurden leichfertig und gewissenlos verspielt. Vieles deutet auf Koch oder Koch/Hahn hin.
Aber: Wäre es der großen Tradition unserer Partei wirklich angemessen, wenn wir uns den demoskopischen Gegebenheiten widerstandslos ausliefern würde?

Ich freue mich deshalb sehr darüber, dass viele uns auffordern, die Flinte nicht ins Korn zu werfen, sondern jetzt erst recht den politischen Gegnern die Stirn zu bieten. Ein ordentliches SPD-Ergebnis ist nach wie vor möglich und viele Menschen in unserem Land wären dringend darauf angewiesen. – Wer das „vielsagende Lächeln“ in sich aufgenommen hat, das der Ministerpräsident auf seinem Weihnachtsplakat zur Schau stellt, kann erahnen, was in Hessen ablaufen wird, wenn die Wählerinnen und Wähler, sowie noch mehr die Nichtwählerinnen und Nichtwähler, diesem Herrn Prokura erteilen:
Nach wie vor würde es eine Bildungspolitik geben, welche die Interessen der normalen Menschen missachtet, nach wie vor wird es eine Politik geben, für welche verfassungsmäßig verbriefte Arbeitnehmerrechte Störungen der „freien Wirtschaft“ sind. Und: es wird bei der Hessischen Landtagswahl mit darüber entschieden, wer die Zeche für die Kosten der laufenden Krise am Ende zu bezahlen hat. Bitte bedenken Sie: Wenn auch die Politiker im Moment mit den Milliarden nur so um sich werfen, so steht doch eines felsenfest: noch am Ende des Jahres 2009 wird darüber entschieden werden müssen, wer die Kosten der „Rettungspakete“ zu tragen hat. Eine Regierung Koch/Hahn würde dafür stehen, dass diese Kosten nach unten durchgereicht werden – an die Schwächeren, an die Facharbeiter, an die kleinen Mittelständler, an die Arbeitssuchenden, an die Familien, an die Rentner, an die Kranken und nicht zuletzt an die Städte und Gemeinden. Eine Alternative ist nur denkbar, wenn die hessische Sozialdemokratie als starker politischer Faktor erhalten bleibt.
Hierfür bitte ich Sie um Unterstützung und um Solidarität mit den Menschen, die die SPD brauchen. In diesem Sinne ist diese Wahl eine ganz besonders ernste Sache.

Ihnen und Ihren Familien sowie allen Mitstreitern mit Ihren Angehörigen wünsche ich für 2009 vor allen Dingen Gesundheit, gute Arbeit und eine chancengleiche Gesellschaft.

Es grüßt
Judith Pauly-Bender