– Finanzierung darf nicht zum Totschlagargument werden

„Ich verstehe die Ausweitung der Streiks. Die Tarifauseinandersetzung ist besonders für die Eltern von Kitakindern eine große Anstrengung. Auch ist nachvollziehbar, dass sich die Kommunalpolitik angesichts möglicher Tariferhöhungen im Bereich der Erzieherinnen Sorgen um die ohnehin knappen Haushalte macht. Dennoch“, so die langjährige Sozialpolitikerin im Hessischen Landtag: „Eltern, Kommunalpolitik und Erzieherinnen müssen gemeinsam für eine bessere Finanzierung der frühen Bildung einsetzen!“

„Alle reden von der großen Bedeutung der Elementarbildung und davon, dass Bildung die Zukunftsressource ist“, so Pauly-Bender. Wenn das richtig sei, und diese Auffassung habe sie bereits als sozialpolitische Sprecherin und als Sozialausschussvorsitzende insgesamt weit über 16 Jahre vertreten, dann müsse man auch bereit sein, diese Investition zu tragen. „Die SPD fordert die Anhebung des Spitzensteuersatzes zur Finanzierung insbesondere des Bildungssozialstaates“, so Pauly-Bender. „Bildung ist Menschenrecht, ein subjektiver Anspruch eines jeden Kindes auf einen möglichst guten Bildungsstart.“ Gerade Gutverdiener profitierten ohnehin am Ende am meisten von Investitionen in die wirtschaftliche Zukunft. Nichts anderes aber sei eine gute Bildung für alle Kinder, vermittelt durch gut ausgebildete und motivierte Erzieherinnen – mit guten Arbeitsbedingungen und einem Gesundheitstarifvertrag.

Den Streikenden und Gewerkschaftern im Kreis Offenbach wünscht die Abgeordnete weiterhin Kraft und das nötige Verständnis bei Arbeitgebern und den betroffenen „Dienstleistungskunden“. Bildung und Arbeitsbedingungen gingen alle an.

„Es ist gut, dass sich auch die sozialen Berufe zunehmend für ihre Interessen einsetzen“, so Pauly-Bender abschließend. „Dafür muss in der Bürgerschaft durch Aufklärung geworben werden. Qualität in den sozialen Dienstleistungen geht nicht ohne gerechte Bezahlung. Die Tarifparteien müssen sich zusammenraufen. Sie haben das Privileg und die Pflicht diese auszuhandeln.“