Glückliche Haustierhaltung von Katzen, Hunden und Kleintieren ist leider nur eine Seite des gesellschaftlichen Umgangs mit Tieren. Bundesweit macht der Tierschutz zu Recht geltend: In unserer gegenwärtigen Industriegesellschaft werden mehr Tiere getötet und gequält als je zuvor.
Vielen Menschen ist das gar nicht bewusst, viele wollen es auch verdrängen. Tag für Tag leiden die vielen Versuchstiere in hessischen Laboren. Das Dasein der Tiere in der industriellen Massenhaltung und der industriellen Schlachtung ist in Worten kaum auszudrücken. Auch zahllose Heimtiere vegetieren in illegalen, artwidrigen Haltungen. Und vielfach vergessen die Millionen von Tieren, die durch Pestizide getötet oder in den industriellen Erntemaschinen zu Tode gehäckselt jahrein jahraus ihr Ende finden.
Aktuell, vor dem Hintergrund leerer öffentlicher Kassen, wird gegen den Tierschutz auch gerne argumentiert „sogar für die Menschen fehle das Geld und die seien selbstredend vorrangig“?!
Fakt ist, dass die soziale Integrität einer Gesellschaft kein Entweder-Sozialstaat-Oder-Tierschutz kennt. Moral ist unteilbar. Keine Philosophie der Welt, die dies in Abrede stellen würde.
Die Schwäche unseres Sozialstaates hat viele Gründe und tatsächlich viele Abgründe. Die Massenernährung mit Produktionsabfällen und artwidrig ernährten Schlachttieren, die in artwidriger Massenhaltung nur noch mit Medikamenten schlachtreif werden können, gehört übrigens dazu.
Fest steht allerdings eins: Zu viel praktizierter Tierschutz hat jedoch ganz und gar keine Ursache hierfür gesetzt. Das Gegenteil ist richtig. Der ehrenamtliche und verbandliche Tierschutz handelt gerade im Sozialbereich hoch verantwortlich. Viele Tierschutzvereine sind Arbeitgeber, arbeiten mit den Agenturen oder Optionsbehörden zusammen, bilden aus, bieten Alleinstehenden und Älteren Anschluss, gehen in Kindergärten und Schulen, unterhalten Jugendprojekte, arbeiten mit behinderten Menschen, gehen in Altenheime, wirken gemeinsam mit bürgerschaftlichen und/oder kirchlichen Initiativen und sie sind auch Einrichtungen, in denen Sozialstunden geleistet werden.